Reisebericht: Einsatz am Lalibela Hospital, Äthiopien, März 2024

Nach 35 Jahren in der Chemieindustrie ergab sich für mich die Gelegenheit, meinen Fokus auf ein humanitäres Projekt zu verlagern. Es wurde von einem – Sie würden es vielleicht Start-up nennen – ins Leben gerufen. Das Ziel, Menschen in Not zu helfen.

Erlauben Sie mir, Ihnen einen Einblick in unseren Einsatz zu geben und zu erläutern, warum dieser mich tiefer berührt hat als jede Geschäftsreise zuvor.

Ein Team von 9 Personen ist aktiv. Darunter plastische Chirurgen, Zahnärzte und technische Experten, im Lalibela Hospital in Äthiopien, um Menschen mit schweren Verbrennungen und anderen Erkrankungen zu helfen, die aus dem Bürgerkrieg in der Region resultieren. 

In den ersten Tagen führten wir aufgrund der überwältigenden Nachfrage nach medizinischer Hilfe eine Triage durch.

32 von 133 Patienten wurden ausgewählt und für Operationen in den verbleibenden zwei Wochen eingeplant.

Trotz schwieriger Bedingungen konnten einige kritische Fälle bereits in den ersten Tagen erfolgreich operiert und behandelt werden.

Zusätzlich wurden über 100 Zähne behandelt (hauptsächlich extrahiert), um den Schmerz von Personen zu lindern, die zuvor nie zahnärztliche Versorgung gekannt haben. 

Bilder von Verletzungen und Krankheiten werden mich begleiten

Obwohl ich gerne einige der herzzerreißenden Erfahrungen mit Ihnen teilen würde, liegt unser Fokus auf dem Schutz der Privatsphäre unserer Patienten. Dennoch habe ich Verletzungen gesehen, von denen ich bisher nicht wusste, dass sie existierten. Diese Bilder werden mich weiter begleiten. 

Mit langwierigen Verletzungen und Krankheiten kamen Patienten teils über Stunden zu Fuß zum Krankenhaus in der Hoffnung, Hilfe zu bekommen.

Unterstützung von Spendern und Sponsoren

Erlauben Sie mir, kurz zu erklären, wie dieses Unterfangen möglich wurde. Das Team bot großzügig seine Zeit an, übernahm Unterkunfts- und Reisekosten und beschaffte unermüdlich Spenden von medizinischen Geräten und Medikamenten, die von verschiedenen angesehenen Spendern zur Verfügung gestellt wurden. Ohne ihre Unterstützung wäre diese Mission nicht möglich gewesen. 

Die eigentliche Magie liegt natürlich in den Händen unserer plastischen Chirurgen und Zahnärzte, die eine unvergleichliche Professionalität und Optimismus in die Mission  einbrachten. Wir sind alle dankbar für jene Patienten, denen wir helfen konnten.

Dennoch belastet uns das Wissen über diejenigen, die wir während der Triage abweisen mussten. Dies sind schwere Entscheidungen, die uns alle in unseren Gedanken begleiten werden. Das Team hat sich bereits entschlossen, zurückzukehren und weiterhin Ressourcen für zukünftige Missionen zu sammeln. 

Ich bitte hier nicht angetreten, um um Spenden zu bitten. Dennoch möchte ich jeden ermutigen, einen Moment innezuhalten und zu überlegen, wie er einen Beitrag leisten kann. Bei Interesse zögern Sie bitte nicht, mich zu kontaktieren. 

Kontakt

Dr. Michael Zeitler (Menschenfreude e.V.)
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